MdL Ulrich Pfaffmann sprach zum Thema "Mittelschule"

Veröffentlicht am 10.05.2010 in Bildung & Kultur

Pfaffmann in Forchheim

Der SPD-Ortsverein Forchheim hat zum Thema "Mittelschule" Hans Ulrich Pfaffmann, der bildungspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion
eingeladen. Hans Ulrich Pfaffmann spricht bei dem Modell Mittelschule von einer Mogelpackung, die voll auf Kosten der Kommunen geht.

Die Mittelschulen beherrschen zur Zeit die Schlagzeilen. Der Rückgang der Hauptschulen ist dramatisch. 21 Prozent in den letzten
10 Jahren. Kreisvorsitzender Reiner Büttner berichtete in seiner Einführung, dass im Landkreis Forchheim noch 10 Hauptschulen bestehen, viele davon sind durch ihre Einzügigkeit von der Schließung bedroht. Viele Kommunen im Landkreis wollen ihre Hauptschulen zu Mittelschulen umwidmen, denn wenn sie nicht mitziehen, wird der Druck durch die Konkurrenz von benachbarten Mittelschulen zur Schließung der Hauptschulen führen.

Das Übertrittsverhalten der Eltern hat sich geändert, weil möglichst alle Eltern ihre Kinder aufs Gymnasium oder in die Realschule schicken möchten.
Warum ist das so? Das Berufsbild hat sich geändert. MdL Pfaffmann erklärt dies so: Früher gab es den Beruf des Autoschlossers mit einer guten handwerklichen Grundlage. Heute gibt es diesen Beruf nicht mehr. Heute heißt die Ausbildung Mechatroniker und es wird die Mittlere Reife vorausgesetzt.
Der Ausbildungsberuf in der dualen Ausbildung sichert nicht mehr die Existenz eines Menschen. Wenn die Mittlere Reife die Grundlage für einen Menschen auf dem Arbeitsmarkt ist, dann soll mein Kind die Mitlere Reife haben. Hauptschule ist gleich Restschule.
Die Bayrische Staatsregierung hält aber unter allen Umstände an der Spaltung nach der vierten Klasse fest. Daher muss sie auch alles dafür tun, um die Schulen zu füllen. Die Einführung einer Mittelschule ist nicht aus pädagogischen Gründen entstanden sondern nur aus politischen.
Es herrscht die gleiche Konzeptionslosigkeit wie bei dem G8. Wichtige wäre ja schon der erste Schritt die Rahmenbedingungen zu ändern,
wie kleinere Klassen und gute Lehrer. Die Mittelschule ist nicht eine Weiterentwicklung der Hauptschulen, sie ist eine weitere Schulart, da es keine Pflicht ist zu wechseln, sondern eine sogenannte "freiwillige Angelegenheit!". Eine Mittelschule muss einige Bedingungen erfüllen, sie muss 3 Zweige anbieten (Technik, Wirtschaft und Soziales), sie muss ein Ganztagsangebot haben und die Möglichkeit auf einen vergleichbaren Abschluss Mittlere Reife. Das zwingt dann etliche Kommunen dazu, sogenannte Verbünde zu bilden. Forchheim bildet z.B. einen Verbund zusammen mit den Schulen Ast und Rvt mit Heroldsbach und Eggolsheim. Eine Mittelschule zu bilden ist eine freiwillige Entscheidung der Kommunen, d. h. die Kosten tragen die Gemeinden. Der der Schulbustourismus ist daher von den Gemeinden zu zahlen.
Ein Schulverbund ist gleichzeitig ein Schulsprengel. Ein Schulsprengel bekommt eine Lehrerstundenzuweisung, dies wird dazu führen, das die große Schule nicht gerne Lehrerstunden an die kleinen Schulen abgibt. Das führt wiederum zur Schließung der kleinen Schulen, auch wenn sie im Verbund sind. Laut Pfaffmann werden die kleinen Hauptschulen auch im Verbund einer Mittelschule nicht überleben. Die Mittelschule ist eine Mogelpackung, nur um eine machtvolle Durchsetzung des 3 gliedrigen Schulsystems zu erhalten. Dafür gibt es keine pädagogische Begründung,
sondern eine reine infrastrukturelle Begründung. Wirklich schade, dass nach der katastrophalen Einführung des G8 das nächste Projekt "Mittelschule" auch in einer Katastrophe enden wird, so die Vorhersagen von Hans Ulrich Pfaffmann.

 

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