Anstand – Umwelt – Bildung - Kultur

Perspektiven für eine konstruktive kommunale Politik

Gedanken von Wolfgang Junga

 

Eine theoretische Vorbemerkung

Eigentlich wollte ich hier nur Ideen zur Umweltbildung wiedergeben. Aber ich kann nicht umhin, an den „Basics“ jeglicher Politik, anzusetzen, denn nur in einem guten Geist kann wahrhaft gute Politik entstehen. Davon bin ich überzeugt.

Eine Prämisse (Vorsatz) kommunaler Politik sollte es sein, dass man sich für seine Region einsetzt und dabei die Welt im Blick behält, ohne das Eine vor das Andere zu stellen. Es gilt, mit der politischen Arbeit allen Menschen zu dienen statt sich in Debatten unversöhnlich gegenüber zu stehen. Darin sehe ich das Wesen der Demokratie.

Wir können hier in Igensdorf nicht „die Welt retten“, wohl aber mit besonnenem Handeln einen Beitrag leisten im Sinne weit- und weltsichtiger Bemühungen. Auch wir dürfen innovativ und visionär denken und wir sollten offen dafür sein, dem Gedachten, wenn es einen „stimmigen Moment“ gibt, die Chance zu geben, in konkretes Handeln zu münden.  Jeglicher Fortschritt der Menschheit beruhte darauf, (neuen) Herausforderungen mit neuen Ansätzen zu begegnen.

Darauf fußend, gilt es, egal auf welcher politischen Ebene, dazu beizutragen,

Lebensgrundlagen im Sinne der Persönlichkeitsrechte und eines funktionierenden Gemeinwesens zu schaffen und zu erhalten,

nämlich:

  • Physische Lebensgrundlagen:
    • eine gesunde Umwelt,
    • unser Wirtschaften nachhaltig eingebunden in ökologische und klimatische Prozesse – auf KOMMUNALER Ebene ist solches etwa bei Flächennutzungsplänen zu bedenken.

 

  • Psychosoziale Grundlagen:
    • alles, was Lebensqualität und ein harmonisches, von gegenseitigem Respekt und Anstand geleitetes Gemeinwesen ausmacht – darunter viele KOMMUNALE Einrichtungen und natürlich alles KULTURELLE

 

  • Bildung, um all dies auch geistig abrufbar zu machen.
    • Es bedarf eines Wissens, das nicht nur schulisch erlernt, sondern mit allen Sinnen und mit vollem Geist aufgenommen wurde.

Alle drei greifen ineinander. Das Gemeinwesen kann, getragen vom Anstand im Umgang miteinander und gerahmt von Bildung UND gesunder Umwelt erblühen. Das bedeutet auch: kulturelle Vielfalt.

 

Somit sind wir beim Hauptteil angelangt:

Anstand – Umwelt – Bildung - Kultur

Anstand: siehe Vorbemerkung und alles, was man sich dazu denken kann

Umwelt und Bildung: Wir wollen es einfach mal verschmelzen. So wird Umweltbildung daraus, die ich unbedingt um die kulturelle Komponente erweitert wissen möchte.

Umweltbildung ist etwas, das nicht nur „auch“ auf kommunaler Ebene funktionieren kann, sondern das genau hier „anfängt“. Im Kleinen – und übrigens auch „bei den Kleinen“ …

Was können wir in IGENSDORF dafür tun?   ... und was haben wir schon?

  • Modellbiotope.
    • Hier ist schon etwas vorhanden: zum Beispiel der Grundschulgarten. Dort können die Kinder ökologische Vernetzung richtig erleben und begreifen.
    • Und viele Bereiche unserer Flur sind Beispiele spannender Ökosysteme – von den Bächen bis zu den Wäldern der Bergkuppen.
  • Möglicherweise findet sich aber auch ein Areal für einen ökologischen Schaugarten,
    • der Anregungen bietet auch für Hausgärten von Neubürgern und allen, die mit ihrem Grund einen Beitrag zur Biodiversität leisten wollen.
    • Ein Schaugarten wäre das passende Kronjuwel zu den schon bestehenden „Blühflächen“, die – ohne entsprechende „Zugabe“ - doch ein bisschen wie „Almosen an die Natur“ wirken könnten.

 

  • Ein Ökologischer Wanderweg wiederum könnte von dem Schaugarten in die Flur hinaus führen (siehe Modellbiotope). Aber auch ohne Gartenbezug würde der Weg die Verbindung von Mensch und Natur „feiern“.
    • Er wäre der Bruder vom Planetenweg
    • Er wäre mehr als „nur eine Wanderroute mit Schildern“. Im Sinne moderner Museumspädagogik kann er mit Leben (Aktionen, Lernkonzepte, App mit interaktiven Anregungen) erfüllt werden.

 

  • Heimatspezifische Monitorings (Naturbeobachtung und Datenerfassung durch Laien)
    • würden helfen, Zusammenhänge zu erkennen uznd zu verstehen sowie bundesweite Studien zu unterstützen/ zum Beispiel als Monitoring für besondere Arten: Etwa Gelbbauchunke (die potenziell hier heimisch sein kann) oder Eisvogel. Oder
    • für „Zeigerarten“, wie etwa Schmetterlinge, eingebunden in das das bundesweite Tagfaltermonitoring. Gewiss ließen sich ehrenamtliche Zähler dafür begeistern.
  • Um all das anzuregen und zu koordinieren, könnte das (Ehren-)Amt eines Umweltbeauftragten eingerichtet werden.

 

Schauen wir noch einmal speziell auf die Kultur, denn unsere Natur ist eng damit verwoben in der „Kulturlandschaft“, und die Kultur ihrerseits „lebt“ von der Natur, wie Dichtung und Lieder eindrucksvoll zeigen.

Man kann mutmaßen: Wo Kultur blüht, da hat auch die Natur eine Chance.

Kultur haben wir schon ganz ordentlich und voller Vielfalt im Markt Igensdorf:

    • Marktfest, Marktsingen, Kultursommer, Vereine und Zusammenkünfte

Das zu bewahren ist sehr wichtig. Es schafft Identifikation, auch mit unserer vielfältigen Landschaft und Natur.

  • Über das Bestehende hinaus, und aus diesem erwachsend, können neue Projekte angestoßen werden, zum Beispiel::
    • Der schon beschriebene ökologische Wanderweg etwa könnte durch die Komponente passender Musik, eingespielt von lokalen Gruppen (Schulen, Chöre, Blasmusik, Ensembles ...) erweitert werden („ökologischer Liederweg“) wie der schon beschriebene ökologische Liederweg.
    • Musikprojekte ausschließlich mit Igensdorfern könnten gestartet werden

 

Hier schließt sich der Kreis, denn wir dürfen in der Tat innovativ und visionär denken und offen dafür sein, dem Gedachten, wenn es den „stimmigen Moment“ gibt, eine Chance zu geben, in konkretes Handeln zu münden.

In diesem Sinne sollen meine Ausführungen als Anregungen gedacht sein und nicht als fixe Doktrin. Bleiben wir flexibel und reden wir miteinander.

 

Ich danke für Geduld und Verständnis beim Lesen

 

Wolfgang Junga

 

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